Ausstellungsarchiv

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Datum Künstler Ausstellung www
06.12.2009  Künstlerfest     
 
 
Datum Künstler Ausstellung www
05.12.2009  Kunst zum Mitnehmen  Künstlermarkt   
14 renommierte Künstler aus der Region bieten an diesem Wochenende Ihre Kunst zu günstigen Preisen an. Wir möchten viele Besucher ansprechen und Ihnen die Möglichkeit geben, gute Kunst weit unter dem üblichen Preis zu erwerben. Es darf auch, wie auf einem Bazar üblich, gehandelt werden und die Kunstwerke kann man sofort mitnehmen. Dies ist eine gute Gelegenheit zum Kauf anspruchsvoller Weihnachtsgeschenke.
Neben gegenständlicher und abstrakter Malerei werden auch kleine Plastiken angeboten.
Die beteiligten Künstler:
Malerei: Arja Brändle, Schweiz, Gerda Ehinger Immenstaad, Eva Baumgartl Meersburg, Peter Funk Ravensburg, Ursula Horstmann Andelshofen, Roland Kratzert Tettnang. Erika Lohner Friedrichshafen Wolfgang Schmidberger Bermatingen, Ingrid Schmidt Friedrichshafen, Hendrik Tutlies, Markdorf, Muschl Felske, Friedrichshafen
Plastik und Skulpturen: Markus Maier Ravensburg
Maru Ruf Arbeiten aus Pappmachée
Der Fotograf Stefan Söll Friedrichshafen zeigt seine interessanten Fotobücher.
Für die Veranstaltung zuständig: Erika Lohner Telefon 07541/42416
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Datum Künstler Ausstellung www
13.11.2009  Donnerstagsmaler  Mensch-Menschen-das Mensch   
Der Mensch, die Menschen, das Mensch

Drei Individualisten als Team. Ob das funktioniert versuchen die Donnerstagsmaler in ihrer dritten Ausstellung in der Plattform 3/3 in Friedrichshafen zu demonstrieren.

Die Ausstellung läuft an den Wochenenden 14. und 15. sowie 21. und 22. November 2009, eine Vernissage findet am Freitagabend, den 13. November statt.

Die Ausstellung zeigt beispielhaft was in den regelmäßigen Zusammenkünften entstanden ist.
Trotz des intensiven langjährigen gemeinsamen Arbeitens hat jeder seinen eigenen Stil und Ausdruck erhalten und in seiner Art weiterentwickelt.

Die Palette reicht vom großformatigen Malen bis hin zu kleinen Zeichnungen mit Öl, Feder und Kohle.

Die Themen der jetzt gezeigten Bilder sind Menschen in Natur und in Ateliers, Porträts und Akte, gesprenkelt mit individuellen Zugaben.

Damit die Menschen, die die Ausstellung besuchen auch selbst schöpferisch tätig werden können haben sie, wie schon bei den letzten beiden Ausstellungen, für Weihnachten oder andere festliche Anlässe die Möglichkeit, Ausschnitte aus großflächigen Kreationen selbst zu gestalten um sie mit nach Hause zu nehmen.

Die Maler:

Steffi Schmitt-Langer
Peter Oberer
Hans Fuchs 
Datum Künstler Ausstellung www
10.07.2009  Jo Walter/Gundolf Roy     
Vita

Jörg Immendorff (1945 Bleckede - 2007 Düsseldorf) studierte zunächst bei Teo Otto an der Düsseldorfer Kunstakademie.1964 wechselt er in die Klasse von Joseph Beuys. Angeregt durch seinen Lehrer verfasst er mehrere Manifeste und initiiert diverse politische Auktionen.
1968 bis 1970 "Lidl"-Aktivitäten in Düsseldorf und seine erste Grafik entsteht.
1976 trifft Immendorff den Dresdner Künstler A.R. Penck in Berlin, mit dem er ein deutsch - deutsches "Aktionsbündnis" schließt.
1977 gelingt ihm mit der politisch und gesellschaftskritisch engagierten Bildserie "Cafe Deutschland" der internationale Durchbruch. Neben seiner künstlerischen Arbeit betätigt Immendorff sich fortwährend in der Kunstlehre.
Von 1971 bis 1980 füllt er eine Stelle als Kunsterzieher an der Lindemann- Hauptschule in Düsseldorf aus.
1977 bis 1983 entsteht sein ;Cafe Deutschland -Zyklus.
In den achtziger Jahren nimmt Immendorff mehrere Gastprofessuren an internationalen Universitäten an. Sein jüngstes Projekt ist eine 25 Meter hohe Skulptur mit dem Titel "Elbquelle", die 1999 in Riesa eingeweiht wurde.
1972 und 1982 nimmt er an der documenta in Kassel teil, 1976 an der Biennale in Venedig. 1986 Professur an der Kuntakademie Düsseldorf.
1998 Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschalnd.
2005 Verleihung der ;Goldenen Felder
Jörg Immendorff stirbt am 28. Mai 2007 an den Folgen seiner Krankheit. 
Datum Künstler Ausstellung www
29.05.2009  Halina von Boyen  Bilder und Fotografien   
Name: Halina Maria von Boyen

Geboren in Memmingen 27.09. 1984

Kommt aus der oberschwäbischen Künstlerfamilie Kreissle

Aufgewachsen in Südfrankreich und La Palma, wo ihr Vater,
der Künstler Mischka Kreissle lebt.

Sie war von früher Kindheit an mit dem Kunstmetier durch Großvater, Vater und Onkel vertraut gemacht worden.

Als ausgebildete Maler -und Lackiererin gestaltet sie seither Wohnräume und
Häuser im künstlerischen Stil.
Dazu gehören Wandmalereien, und Farbkompositionen mit Acryl- und Pigmentfarben und verschiedene Wohnraumrenovierungen.

Künstlerische Arbeiten:

Pigment -und Acrylbilder auf Leinwand in verschiedenen Formaten.

Fotografien: Portraits, Naturaufnahmen und effektvolle Fotokompositionen.

Verschieden Wandmotive nach Anfrage.

Kinderbücher mit Text und Illustrationen:

z.B. "Mäuschens Ausflug"

Die Künstlerin sagr von sich selbst:


Als Kind lebte ich in Südfrankreich und auf der Kanareninsel ;La- Palma; bei meinem Vater. Da ich aus einer Künstler Familie stamme, war Malen und Gestalten der Großteil unseres Alltags. Mit 14 bespannte ich zum ersten Mal Leinwände und malte mit selbstgemischten Pigment Farben. Es entstanden die ersten farbenfrohen Bilder auf Leinwand, seither ist das Malen zu meiner liebsten Beschäftigung geworden und Bestandteil meines täglichen Lebens.

Immer wieder begeistern mich bunte Farben,
die ich gerne für sich sprechen lasse. Form und Farbe sind meine Elemente, wobei Fantasie, Eindrücke und Stimmungen ihren freien Lauf lassen.
Sobald ich in meinem Atelier stehe, mit Blick ins Grüne und einer Tasse Tee fühle ich mich frei, da ich allen Grund habe genau das zu tun was ich mitunter am liebsten mache: Malen;
Bei der Arbeit bin ich leicht, beschwingt und konzentriert.

Die Ruhe, welche ich beim Malen empfinde befreit nicht nur von angestauten Spannungen, sondern lockert auch Gedanken und Alltagssorgen auf.
Malen ist ein Ventil, mich oft überraschend was dabei entsteht.

Ich selbst betrachte meine Bilder mit ihren vielseitigen Farben als an die Wand projizierte innere Lebensfreude und Kreativität;. 
Datum Künstler Ausstellung www
15.05.2009  Manfred Zacher     
 
   
Datum Künstler Ausstellung www
31.03.2009  Studenten der ZU  "next stop : next stop"   
In einer Zeit der Schnelllebigkeit scheinen sich die Stationen zu verkürzen, es drängt sich die Frage auf, ob es ein Ankommen; überhaupt geben kann. Ist ein Innehalten, ein Erreichen eines höchsten Zieles möglich? Oder bleibt es abstrakt und weit entfernt? Und: heißt Ankommen, kein Ziel mehr zu haben?

Mögliche Antworten sollen gemeinsam mit Künstlern gefunden werden. Gearbeitet und ausgestellt wird sowohl in der Plattform als auch in der Innenstadt Friedrichshafens, wobei die Ausstellung am 04. Und 05. April in der Plattform vorwiegend der Darstellung des Schaffensprozess sowie Künstlerbiografien dienen soll. Gerne laden wir Sie ein, nach unserem Rundgang durch Friedrichshafens Fußgängerunterführungen gemeinsam in die Plattform zurückzukehren um sowohl die Werke als auch die Thematik mit den Künstlern zu diskutieren 
   
Datum Künstler Ausstellung www
27.03.2009  Studenten der ZU  Durational Lese-Performance   
1440
Durational Lese-Performance



Die Idee

Mit unserem Projekt 1440 wollen wir versuchen, eine Performance zum Thema Zeit und Langsamkeit zu entwickeln, mit dem Sinnelement Literatur im Zentrum des Geschehens. Das Ziel ist es, den heutigen Zeitbegriff zu hinterfragen, unseren alltäglichen Umgang damit zu reflektieren und ein Tabu aufzuzeigen und zu brechen, das gerade in unserer scheinbar enttabuisierten Gesellschaft immer bedeutsamer und drückender wird: das Tabu der Ineffizienz. Etwas zu tun, das nicht effizient ist, nicht umsatzsteigernd oder erlösorientiert ; das ist unsere Idee. Mit dem Ziel, eine Frage in den Köpfen der Teilnehmer aufzuwerfen: Wer regiert eigentlich wen? Wir die Zeit oder die Zeit jeden einzelnen von uns?


Der Plan

Eine Leseperformance. Gelesen wird Ulysses von James Joyce. Ein Werk, das genau 24 Stunden, 1440 Minuten im Leben des Protagonisten beschreibt.

Mit Ulysses versuchen wir, uns einem bedeutenden literarischen Werk des 20. Jahrhunderts anzunähern und dieses zu verstehen. James Joyce beschreibt in seinem Roman in insgesamt 18 Episoden einen ganzen Tag den 16. Juni 1904 im Leben des Leopold Bloom, einem Anzeigenakquisiteur einer Dubliner Tageszeitung.

Doch wir versuchen nicht nur was bisher wenigen gelungen ist, nämlich Ulysses an einem Stück zu lesen, wir machen die Probe aufs Exempel: Wir lesen genau 1440 Minuten, exakt einen Tag. Dann wird eine Armada schrillender Wecker die Lesung beenden, ganz egal ob wir die letzte Minute des 16. Juni 1904 noch miterleben oder nicht.

Dieses Buch wird von vorne bis hinten, Seite für Seite dem Publikum vorgelesen und diese Ausdauerleseleistung wird durch fünf weitere Einzel-Performances bildhaft und wirkungsvoll untermalt. Man wird auf Wänden das Vorgelesene in Bilder übersetzen, Sandberge in Anlehnung an Sanduhren mit Löffeln umschichten und vieles mehr, denn: alles ist möglich.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt Zeit spürbar, erfahrbar und visuell nachvollziehbar zu machen. 1440 Minuten lang gehen wir ein und derselben Tätigkeit nach. Es wird nicht effizient gearbeitet. Es wird nicht geschlafen. Es wird nichts produziert, mit dem man Profit machen könnte. Es wird irgendwann nichts mehr in unseren Köpfen sein. Nichts kein einziger Gedanke.Wir wollen den zeitlichen Zwängen trotzen, die uns durch die Gesellschaft diktiert werden.


Was ist das?

Eine Performance ist die Mischung aus Theater, Literatur und bildender Kunst. Man weiß nie wie sie ausgeht, da das Publikum jederzeit eingreifen kann, die Entwicklung der Aufführung nicht vorhersehbar ist und nur die Idee hinter der Performance ; also der Sinn vorher schon feststeht und dessen Umsetzung in Taten. Eine durational Performance spielt mit Zeit und bringt durch ihre Dauer die Künstler und das Publikum gemeinsam an seine natürlichen Grenzen.


Die Einzelperformances

Jonas von der Heydens Einzelperformance besteht darin, sich vom Zufall leiten zu lassen.

Nach Sartre unterscheidet sich der Mensch dadurch von Tieren oder Dingen, dass seine Essenz also ein bestimmtes Wesen oder gewisse Grundeigenschaften nicht schon im Vorhinein festgelegt ist, sondern er diese vielmehr nach dem Zustandekommen seiner Existenz freiheitlich formen kann.

Er ist es, der einen Entwurf von sich selbst schafft und diesen in seine Zukunft hineinprojiziert, bzw. sich von ihm leiten lässt. Wenn unsere Essenz schon festgelegt wäre, hätte die Endlichkeit unseres Seins und damit auch die Zeit eine untergeordnete Bedeutung. Das moderne Leben ist darauf ausgelegt, diesen Entwurf möglichst effizient zu verwirklichen. Jonas möchte sich zumindest für 24 Stunden von dieser Norm befreien, indem er seine Handlungen durch einen Zufallsgenerator bestimmen lässt.

Dieser Zufallsgenerator wird voraussichtlich ein simples Computerprogramm sein. Dieses wird mit diversen Ausprägungen verschiedener Variablen wie beispielsweise Ort, Dauer und Objekt bestückt und Jonas zufällig hieraus zusammengesetzte Handlungsanweisungen geben. Um die Performance in das Gesamtbild einzufügen, könnte noch eine Variable zugezogen werden, die durch die anderen Performances bestimmt wird. Eine weitere Idee wäre, das Publikum in die Operationalisierung mit einzubeziehen: So könnte dieses neue Variablen bestimmen oder vorhandene ausbauen. Die aktuell auszuführende Handlung soll für jedermann sichtbar und nachvollziehbar dargestellt werden.

Stefanie Ules künstlerischer Beitrag den effizienten Umgang mit der knappen Ressource Zeit zu brechen, wird die Auseinandersetzung mit Farbe (Acryl) und Leinwand sein. Für sie ist wichtig, dass sie während der Performance spontan handeln wird und ihre Gefühle und Wahrnehmungen mit Pinsel und Körper in Farbe wiedergibt. Gerüche, Menschen, Geräusche, Licht, Hunger, Durst und natürlich die verlautende Literatur werden ihre Bilder prägen. Sie wird die Umgebung in sich aufsaugen und sie sofort wiedergeben, so wie sie sie wahrnimmt ganz im Sinne des Joyceschen stream of consciousness. Da sie gerne eine größere Fläche von zwei mal zwei Metern zur Verfügung hätte, wird sie versuchen die meiste Zeit im Stehen zu malen. Außerdem ist es wichtig, dass ihr Bereich gut ausgeleuchtet wird. Steffi verzichtet absichtlich auf andere Hilfsmittel oder Materialen, um den Versuch zu starten, das Thema Zeit noch spürbarer zu machen.

Daniel Osafos Einzelperformance setzt die Zeitnutzung und Verschwendung in einem Laugengebäckmetronom um.

Er wird sich auf dem Gipfel der ZEIT (Ein Stapel aus ZEIT) mit Salzstangen einfinden, die er im Sekundentakt vor einem Mikrofon so lange bricht, bis sie vollkommen pulverisiert sind. Das beständige Knistern und Knacken soll in seiner Gleichmäßigkeit neben der Lesung den akustischen Umfang der Darbietung bereichern. Dazu verrinnen ihm die Salzstangen zwischen den Fingern und hinterlassen als Wahrzeichen der Varnitas, der Traklschen Vergänglichkeit, nichts als Staub und Salz symbolische Reduktion und Nonsense.

Luka Krohn-Grimberghes Einzelperformance stellt Effektivität und Effizienz einander gegenüber.

Der Ablauf ist immer derselbe eine Person wird Brote in Scheiben schneiden, diese Scheiben in gleich große Quadrate zerteilen und anschließend mit zuvor ebenfalls zurechtgeschnittenen Käse- oder Wurstscheiben belegen. Die identische Größe wird durch Zuhilfenahme eines Lineals gewährleistet. Während also die Effektivität im Rahmen der vorgegebenen Arbeit zunehmen wird (bis zu dem Punkt an dem Ermüdungserscheinungen auftreten), wird man über die Effizienz des gesamten Prozesses von Beginn an streiten können. Schließlich wird aber auch die Monotonie dieser Arbeit, die, wie zunächst angenommen die Effektivität steigert, sichtbar abnehmen und hoffentlich den Wahnsinn der klassischen Fließbandarbeit offen legen, eine fast schon Chaplinsche Figur. Demonstriert werden soll also am Beispiel Essen, welche Auswirkung die zuweilen absurde Vorstellung von Effizienz und Effektivität unserer Gesellschaft auf einzelne Glieder eben dieser Gesellschaft hat.

Mona Sloanes Einzelperformance dreht sich um Tanz. Schon per definitionem ist Tanz nicht nur eine rhythmische Körperbewegung zu Musik, sondern vor allem auch eine künstlerische Ausdrucksform, eine Art sich selbst, Emotionen und Situationen darzustellen ; dies verlangt neben dem körperlichen auch einen konstanten geistigen Einsatz.

In der Einzelperformance Tanz wird versucht werden, dieser Aktivität 24 Stunden nachzugehen. Dies stellt einerseits, im Einklang mit den anderen Einzelperformances, Ineffizienz dar, denn es wird die Performerin ohne erkennbares Ziel an ihre kreativen, psychischen, aber besonders an ihre physischen Grenzen treiben. Auf der anderen Seite ist diese Einzelperformance in ihrer Geschwindigkeit zumindest zu Anfang sehr dynamisch und versucht die Zeit nicht durch Langsamkeit, sondern durch Tempo, fast schon Hast, spürbarer zu machen.

Um diese Tatsache für den Besucher noch sichtbarer zu gestalten, wird nur die Tänzerin über Kopfhörer Musik hören können, ihre Sinne werden permanent gereizt durch Licht, Musik und den selbst auferlegten Zwang zur Bewegung. Die Leistung Tanz ist ab diesem Punkt keine Leistung mehr, vielmehr stellt sie eine sinnfreie Beschäftigung dar, da sie ohne den gewohnten zeitlichen, räumlichen und rituellen Rahmen stattfindet. Die uferlose Anstrengung der Performance kann als bewegtes Bild für den im Alltag rastlosen, rotierenden Menschen betrachtet werden, jenes Individuum, welches in der Selbstdefinition von einer effizienten Zeitgestaltung getrieben wird, des Nachts nicht schlafen kann und seinen Tag in abzuarbeitende Zeiteinheiten einteilt. Wenn wir der Zeit hinterherlaufen, wie schnell können wir werden, ohne uns selbst zu verlieren?

In Katharina Schwabs Einzelperformance soll ein Sandberg umgeschaufelt werden. Das Sinnbild einer Sanduhr wird als Symbol für Zeit allgemein, das Vergehen und Messen von Zeit aufgegriffen und symbolisch auf die Spitze getrieben. Eine lebende Sanduhr ohne die mechanische Gleichmäßigkeit einer echten Sanduhr und ohne tatsächliche Messung, vielmehr ein bewusstes Erleben, Erfahren und Empfinden von Zeit auf einer rein subjektiven Ebene.

Um die Erfahrung des Zeitverstreichens zu verstärken und intendiert ineffizient vorzugehen, wird der Sandberg nicht, wie es nahe läge, mit einer Schaufel, sondern mit einem Löffel umgeschichtet. So wird es Stunden dauern, bis eine Veränderung auch nur im Ansatz sichtbar wird. Die gleich bleibende Art und Weise des Umschaufelns mit dem Löffel lässt die Zeit und die Langsamkeit des Vergehens von Zeit extrem deutlich werden, für die Künstlerin wie auch für das Publikum. Ob es überhaupt gelingen wird, den ganzen Sandberg in 1440 Minuten von einer Seite auf die andere zu schaufeln wissen wir nicht ein Scheitern ist nicht ausgeschlossen. Was passiert soll und wird passieren.

Peter Greve und Fumiko Lipp werden 24 Stunden lesen. 
   
Datum Künstler Ausstellung www
16.01.2009  Schlösser/Röder/Schirnmeister/Ostermann  Nach Berliner Art   
Nach Berliner Art
Morgens zwischen 5 und 6 Uhr, zwischen Nacht und Sonnenaufgang, geht Frank Schirrmeister auf die leeren Straßen Berlins. Die einzigen Menschen die ihm begegnen sind erschöpfte Gestalten die sich gegenseitig aus den Klubs tragen oder noch schlaftrunkene Menschen die sich zur Arbeit schleppen. Dies ist der einzige Moment, in dem Frank Schirrmeister seine Fotos, ohne Menschen, ohne Autos, machen kann. Um die Purheit der Berliner Architektur einzufangen, mit ihren ständigen Veränderungen, ihrer dominanten Dynamik. Er portraitiert Gebäude, bei denen er sich sicher ist, dass sie in zwei oder drei Jahren, aber vielleicht auch schon Monaten, kaum noch so aussehen wie sie es jetzt tun. Vielleicht sind sie abgerissen oder vollkommen kernsaniert, aber auf jeden Fall kaum wieder erkennbar. Der stetige Wandel Berlins ist Thema der Ausstellung „Nach Berliner Art“, die am 16. Januar in der Pattform 3/3 statt findet. Axel Wieder, Inhaber der Buchhandlung Pro qm, hält am Samstag dazu einen Vortrag.
Die Fotografien von Julian Röder und Antonia Schlösser gehen auf die Menschen Berlins ein. Sie zeigen Orte, an denen sich der Berliner gerne aufhält und den dazugehörigen Lifestyle. Die Malerin, Sabine Ostermann, konstruiert mit leuchtenden Farben fiktive oder reale Orte und Räume. Sie schafft Distanz und Nähe zugleich. Der Betrachter weiß nicht genau wo er sich befindet. In einer Galerie? Ausserhalb eines Kaufhauses? Oder auf einem leeren Platz? Einem ist die Interpretation der eigenen Position selbst überlassen.
Eine Videoinstallation stellt den Stummfilm von 1927 „Berlin: Sinfonie einer Grossstadt“ dem Remake aus dem Jahr 2002 gegenüber. Beide Filme werden von beeindruckenden Sinfonieorchestern begleitet. Thema: Ein Arbeitstag, -woche, -monat oder vielleicht auch –jahr? in der Metropole.
Der DJ Erich Heinze bringt den originalen Berliner Clubsounds nach Friedrichshafen. Ab 22:30 steigt in der Plattform die Aftershowparty „Nach Berliner Art“.