Ausstellungsarchiv

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Datum Künstler Ausstellung www
20.11.2015  21 regionale Künstler  Kunst für Ärzte ohne Grenzen   
Beteiligte Künstler:Ira Bart, Carla Chlebarov, Barbara Ehrmann, Detlef Fellrath. Dorle Ferber, Alma Göring, Anne Chrisstine Kamp,
Michael Kussl, Erika Lohner, Diana Lukas, Burghard Rauschelbach, Helga Reichle, Kordula Schillig, Günther Henry Schulze, Sine Simlje, Waltraud Späth, Herbert Stehle, Hendrik Tuttlies, Margit Fischer King, F'elicia Waldecker, Carola Weber-Schlak 
   
Datum Künstler Ausstellung www
06.11.2015  Dorle Ferber/Michael Kussl  von zeitfäden und palmweintänzen   
Ausstellung: Michael Kussl, Dorle Ferber
Titel: von zeitfäden und palmweintänzen
Notizen aus Klang und Eisen
Skulpturen, Klangcollagen, Partituren, Fotomontagen



Michael Kussl, Metallbildhauer

Der Metallbildhauer Michael Kussl zeigt neben seinen Metallskulpturen ganz neu entstandene schlanke, in der Form an dreidimensionale Blätter erinnernde, aufrecht stehende Skulpturen aus Leintuch und Farbe. Seine Arbeiten bespielen den Raum als Gesamt Installation, die gedanklich auf aktuelles oder Zeit übergreifendes Geschehen der Welt verweisen.
Bevölkert wird ein Teil des Raums von archaisch anmutenden, rostroten oder metallisch glänzenden Eisenkörpern, Ahnenfiguren, Göttern oder Tierpflanzenwesen oder eisernen Beschützern. Im anderen Teil verteilen sich die palmblattartigen bunt bemalte Wesen, wie Botschafter eines lebendigen Miteinander lebensfroher vergangener oder zukünftiger Weltentwürfe. Dazwischen ziehen sich die ganze Länge des Raums durchmessend die ebenfalls aus Leintuch und Farbe gefertigten leicht in sich gewundenen Zeitfäden. Sie durchqueren zwei Zäune, zwei Grenzen, aus Wellengitter.
In bestimmten Zeitabständen setzt sich eine Eisenkette über eine Rolle in Bewegung und läuft immer wieder scheppernd in einen Blecheimer, eine laute Erinnerung an bis heute existierende Versklavung, Ausbeutung, Gewalt, Unterdrückung von Menschen durch Menschen.
Auf dem Boden ausgebreitet liegen wie angeschwemmtes Strandgut kleine Metallobjekte, manche sind Samen gleich, andere haben abstrakte Formen, sind es Gebete? Hoffnungen? Verwünschungen? Knochen? Gepäckstücke Schiffbrüchiger?
Dazwischen ertönen Klänge von Dorle Ferber, die Nähe von Zerstörung oder Gewalt erahnen lassen, und auch solche vom unterwegs sein, von Alltagsverrichtungen, vom friedlichen Leben und seiner Zerbrechlichkeit.
An der Wand zeigt Michael Kussl Fotomontagen zum Thema „Feuer und Flamme“, die nach dem Brand in einem Heim für Jugendliche entstanden sind.

Michael Kussl betreibt in Owingen-Taisersdorf das Metall-Atelier für Klangundeisen.


Dorle Ferber, Musikerin, Klangkünstlerin


Von Dorle Ferber werden in der Plattform 3/3 werden Klangcollagen über Kopfhörer zu hören sein wie auch im Raum vernehmbare Klänge/ Klangkompositionen als Teil der gemeinsamen Ausstellung. Zu sehen sind verschiedene Partiturbilder von imaginären musikalischen Ereignissen.

„Aus meinen fieldrecordings entstehen traumähnliche, von ungewissen Pfaden durchzogene Landschaften, weite Plätze oder archaische anmutende Räume, die blitzschnell an der Kasse eines Supermarkts oder auf dem Meer treibend enden können. Stimmen oder dazu gespielte Instrumente zeichnen dazu ihre eigenen Linien und Partituren, manchmal in Patterns kreisend, klagend oder im Geräuschhaften schraffierend, unschuldig summend, als Sirenen warnend, kommentierend, beobachtend.“



Dorle Ferber, Stimme, Violine, Klangobjekte, Komposition, Improvisation spielte nach einem klassischen Musikstudium in Mannheim Jazz, Rock, Blues, Folk, Chanson in verschiedenen Bands.
Ihre musikalischen Arbeiten für Theater, Film, Performance & CDs gehen oft in immer experimentellere musikalische Richtungen. Sie konzertiert mit Enk Jharghal, dem „Stimmwunder“ aus der Mongolei, mit Xu Fengxia, China, mit dem Musiker Njamy Sitson aus Kamerun. Sie war Stipendiatin des interdisziplinären Kultuaustauschs salem2salem und begründete archex, den archaisch-experimentellen Musiktag Taisersdorf. Sie spielt u.a. mit Guru-Guru-Gitarrist Hans Reffert, mit Jan Fride, Büdie Siebert, Hans J. Irmler (FAUST). Daneben ist sie in Projekten im künstlerisch-sozialen Kontext tätig. Seit einigen Jahren abreitet sie gemeinsam mit dem Metallkünstler Michael Kussl im Atelier Klang & Eisen an Metallklangobjekten sowie Installationen.
Schwerpunkt der eigenen Arbeit sind die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der menschlichen Stimme. In Komposition und Improvisation wandert sie intuitiv angetrieben von klanglicher Neugier auf die Suche nach gleichzeitig Vertrautem und dennoch „Unerhörtem“ als Wanderin durch verschiedene musikalische Welten. Spielerisch setzt sie sich dabei über von außen gegebene Genregrenzen hinweg, wichtig sind ihr künstlerische Begegnungen und neue Vernetzungen, die den eigenen Blickwinkel erweitern, verändern oder in Frage stellen.
CD Dorle Ferber VORSTADGESÄNGE/wunschklang
CD Dorle Ferber STROH ZU GOLD /klangweltenrecords
www.dorle-ferber.de 
Datum Künstler Ausstellung www
09.10.2015  Künstler der Seestrassengalerie  "Seestrasse in Plattform3/3"   
Die Seestrassengalerie von Radolfzell wandert nach Friedrichshafen in die Galerie Plattform 3/3
12 Künstler des IBC gestalteten 24 Bilder für die Seestrasse in Radolfzell. 24 +1 =25 werden nach der Finissage am 02.Oktober 2015 am folgenden Freitag, 09.10. einen Platz in der Galerie finden
Jeweils 2m hoch, 1,40 m breit. dicht an dicht werden die Arbeiten gehängt. 
   
Datum Künstler Ausstellung www
27.09.2015  Erika Lohner/Hannelore Bucher  Treffpunkt  www.erika-lohner.de 
Erika Lohner, Dornierstr. 61, 88048 Friedrichshafen

Zu meiner Arbeit
Eine weiße Leinwand, der erste Schritt, die erste alles beeinflussende Farbe, die ersten Formen.
Wichtig wie sie zu einander stehen. Farbe wird pastos aufgetragen, teilweise durch waschen wieder entfernt Es ergeben sich Strukturen, die wieder bearbeitet werden.
Das Bild verändert sich stetig. Figürliches, das fast immer entsteht, wird überarbeitet und zum Teil wieder schemenhaft hervorgeholt.
Nach langem Kampf stelle ich das Bild zur Seite und halte es für gelungen, doch schon nach einiger Zeit merke ich, das Bild ist nicht fertig, nicht so wie es sein sollte.
Dann geht der Kampf von vorne los und meistens entsteht ein vollkommen anderes Bild.
Veränderung Herbst 2012: "stop and go" Ausstellung KSK Friedrichshafen

Ich finde zu meinen Wurzeln zurück, Formen lösen sich auf. Ich bin freier geworden, habe die Art der Malerei aus früheren Jahren wieder aufgenommen. Großzügig, Gestisch. Es entstehen vor allen Dingen große und sehr große Arbeiten.
Menschliche Formen entstehen weiterhin unbeabsichtigt, lösen sich aber immer mehr auf.

Eine Serie „Köpfe“ entsteht, meistens im Format 50 x 50 cm. Sie entstehen durch das Einsetzen großer Pinsel, flächig, farbig. Abstrahiert.

Hannelore Bucher
Silcherstr. 12. 88046 Friedrichshafen


1959 in Friedrichshafen geboren

Studium der Gegenwartskunst
Freie Kunstakademie Überlingen
- Grundstudium Oktober 2004 bis März 2006
- Hauptstudium April 2006 bis März 2009

Weiterführende Kunstkurse:
- Romain Finke
- Jupp Linssen
- Raimund Wäschle
- Axel Otterbach

2009/2011 Ateliergemeinschaft Ravensburg
Künstlerische Leitung : Romain Finke

2011 Mitglied des Internationalen Bodenseeclubs
-Sektion Bildende Künste- Ausstellungsberechtigt

2012 in Ausbildung an der “bildhauer-atelier-schule axel f. otterbach”
in Bad Waldsee / Osterhofen

2012 Atelier in Friedrichshafen

2013 Separe-arte 
Datum Künstler Ausstellung www
04.09.2015  Carla Chlebarov  "in die Farbe"   
Carla Chlebarov

Carla Chlebarov absolvierte von 1987-1994 die münchner akademie und studierte mehrere male bei mir an der internationalen sommerakademie in salzburg.

der ursprung ihrer malerei liegt eindeutig im informellen, im abstrakten expressionismus, in der gestischen malerei.

die substanzsinnlichkeit der farbe wurde zu ihrem anliegen. farbe wurde als paste, als flüssigkeit verschmiert, verschüttet, verspritzt.
das bild wurde beschmutzt, befleckt.

ihr eigener weg ging über diese grundvoraussetzungen hinaus. neben dem substanziellen der farbe entdeckte sie wieder den farbklang. die befleckung und beschüttung wurde nun mit farbtönen (-klängen) vorgenommen die berauschungsmöglichkeiten der gesamten farbskala ausgekostet.

tulpenrot, fleischrot, grellrot, purpurblutrot, veilchenviolett, vangoghgelb, wasserblau, jasmin und nelkenweiß schüttet sie auf die blumenpalette des bildes.

die gestische malerei wird in eine ausdrucksstarke malerische lyrik verwandelt. eine spontane lockerheit wird erzielt ohne verkrampfung.

aber es ist nicht nur das vegetative schwelgen in blumenfarben. das leben, blut wird in allen farben zelebriert. grünes pflanzenblut verspritzt. wie durch das wachstum der pflanzen pumpen süss blumenblutsäfte hinein in die offenen fleischwunden der blüten bzw. des farbauftrags.

diese farbanordnungen müssen honigsammelnde insekten anziehen. ihre bilder sind für mich vollgesogen mit weihrauch und einer schweren alten gärenden honigsüsse, sie haben ernst und heiterkeit von messkleidern.

Carla Chlebrov gehört für mich zu den besten lebendigen gestischen malerinnen.

Hermann Nitsch
salzburg august 1999 
Datum Künstler Ausstellung www
24.07.2015  Günther Widenhorn  "Farbholzschnitt"   
Farbholzschnitte von Günther Widenhorn


Als Gegenbewegung zu dem Massenangebot industriell gefertigter Druckgrafik erfolgt im künstlerischen Bereich eine Rückbesinnung auf alte Druckverfahren die ohne große Apparaturen auskommen und vielfache Möglichkeiten persönlicher Gestaltung zulassen.

Der experimentelle Druck, mit kleinen Auflagen und Unikaten ist wieder gefragt, die Elemente und Techniken aus der Malerei in sich aufnimmt.

Fasziniert vom sinnlich – haptischen Erlebnis der Holzbearbeitung und vom handwerklichen Aspekt des Druckvorganges entsteht bei G. Widenhorn eine vereinfachte Formensprache aus Farben, Linien und Flächen zum eigenständigen Bild.

Der Arbeitsablauf wechselt zwischen Inspiration und Planung, kreativen Phasen und Kontrolle, Emotion und Disziplin.

Bei dem Holzschneiden wird das Motiv jedoch wieder soweit verändert, dass die Holzmaserung in die Gestaltung aufgenommen werden kann.

Dabei werden bewusst Linien zeichnerisch verarbeitet und gegen Flächen gesetzt.

Beim Druck erfolgt eine Farboptimierung die dem Charakter des Motivs angepasst ist. Lasierende Schichten bewirken Transparenz und Tiefenwirkung und kontrastieren, falls erwünscht, mit deckenden Bildelementen.

Günther Widenhorn nennt seine Drucke mit Bedacht Farbholzschnitte, weil die Farben in seinen Bildern eine wesentliche Rolle spielen und sich von den Schwarz-Weiß-Holzschnitten abheben sollen.

Wird dabei für jede Farbe einen Druckstock geschnitten, so besteht die Möglichkeit ein Motiv in verschiedenen Farbvariationen zu drucken.

Wird nur ein Druckstock verwendet, so wird für jede Farbe im Druckstock weiter geschnitten. Dieser Druckstock ist nach dem letzten Druck nicht mehr verwendbar und wird daher als verlorener Druckstock bezeichnet.

Weitere Gestaltungsmöglichkeiten sind mit Maske, Einlagen und Monotypien möglich.

Da für jeden Druck der Druckstock neu aufbereitet und eingefärbt wird, ist jedes Blatt ein Unikat.

So entstehen bei G. Widenhorn Landschaften, Flora, menschliche Figur oder die Tierwelt so weit abstrahiert, dass sie Allgemeingültigkeit erhalten, aber den Gegenstand noch erahnen lassen.

Viele Motive treten als Gruppe auf, die eine Einheit in Thema, Farbe und Abmessung aufweisen. 
Datum Künstler Ausstellung www
10.07.2015  Barbara Seifried / Jan Douma  "Transition"   
Transition

Malerei und Skulptur
Barbara Seifried und Jan Douma

Barbara Seifried, 1940 in Bochum geboren. lebt seit 1959 in Markdorf.
1986 - 1997 Seminare bei Prof. Franz Fedier, Maler und Kunstpädagoge an der Schule für Gestaltung in Basel,
Studien bei Krzyszof Pecinsky, Maler und Kunstpädagoge, Winterthur.
Seit 1976 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.
Seit 1994 Mitglied des IBC Überlingen
.
Ihre Bilder, (meist Eitempera auf Leinwand), zeigen Samen, Boote, Menschen und Kokons.
Sie erzählen vom ewigen Kreislauf des Lebens, vom Werden, Sein und Vergehen.
Sie hinterfragen, woher kommen wir, wohin gehen wir. Der Tod ist für Barbara Seifried kein belastendes Thema Geburt und Tod , Kokon und Nest, Same und ‚Frucht gehören für sie zum Kreislauf des Lebens Die Bilder Barbara Seifrieds zeichnen Lebensstufen zwischen den Welten. Sie stellen die grundsetzlichen Fragen unseres Seins. Was ist da Leben, was veerbirgt sich hintrer den Dingen des Lebens




Jam Douma
Im künstlerischen Werk Jan Douma geht es um Zusammenhänge und Bezüge, um Widersprüche und Gegensätze und auch um unterschiedliche Ebenen der Wahrnehmung. Der Umgang mit dem Raum ist dabei wesentlich. Die Bildhauerei steht zentral, ergänzt von Malerei und Zeichnung.

Jan Douma, gebürtiger Niederländer, wohnt und arbeitet im Badischen, zwischen Freiburg und Basel. In Freiburg absolvierte er ein Bildhauerstudium. Seitdem führte er zahlreiche Ausstellungen durch, seine Arbeiten sind in privaten und öffentlichen Sammlungen präsent. Der Künstler ist Mitglied bei sculpture network und BBK Südbaden.

Seine Skulpturen und Plastiken bestehen in der Regel aus einfachen, eher schlichten und klaren Formen. Während er in den früheren Werken häufig zwei Elemente zueinander in Beziehung stellte, entstehen in der letzten Zeit Arbeiten die offener angelegt sind und ihre Spannung aus dem Zusammenspiel zwischen innerem Gehalt und äusserer Form kriegen. Er verwendet Materialien wie Stein, Holz, Beton und hin und wieder kommen auch Fundstücke hinzu.

Die Oberfläche der Arbeiten spielt eine wichtige Rolle. Grob strukturiert oder glatt geschliffen, die Eigenheiten des Materials mit aufgreifend, patiniert oder in ursprünglicher Farbe gelassen. Ausgeprägte Strukturen findet man auch in den Relieffen, Bildern und Zeichnungen wieder

Datum Künstler Ausstellung www
12.06.2015  Ingeborg Schaefer  "Aus der 'Erinnerung"   
Ingeborg Schaefer

Thema der Ausstellung: "Aus der Erinnerung"

Das Thema „Aus der Erinnerung“ bezieht sich auf die dem Bild zugrundeliegende Idee. Die Erinnerung an Gesehenes, Erlebtes – alles nicht photographisch festgehalten und in die Vergangenheit entschwunden – hat sich im Gedächtnis zu einem Bild kondensiert und liefert den kreativen Impuls. Diese „Gedächtnisbilder“ sind schillernd und flüchtig; sie widersetzen sich der gegenständlichen Abbildung. So wird der Versuch unternommen, ihre Essenz in Form und Farbe –also abstrakt – wiederzugeben.
Das fertige, gemalte Bild steht für sich. Seine Entstehungsgeschichte braucht den Betrachter nicht zu kümmern. In der Kommunikation mit dem Bild soll er dazu angeregt werden, seine eigene Phantasie und seine eigenen Assoziationen einzubringen. Um mit Peter Doig zu sprechen, sind „sie (die Bilder) nur Chiffren für deine eigene Vorstellung.“ (Peter Doig, in Art Now, Vol. 2, Taschen Verlag, 2008, S. 76) 
Datum Künstler Ausstellung www
25.04.2015  Burghard Rauschelbach  "Bahnsteigkanten, Blicke aus dem Zugfenster   
Kategorie: Fotografie



Beschreibung:

Blicke aus dem Zugfenster, Bahnhof: Der erste, schnelle Blick - ein flüchtiger Eindruck. Orte werden auf einen Augenblick aus dem Zugfenster reduziert, während der Zug im Bahnhof einfährt, hält oder ausfährt.
Burghard Rauschelbach fängt den Fensterblick ein und assoziiert das fotografische Bild von der Bahnsteigkante aus mit Szenen und Bildkomponenten. Seine „Bahnsteigfotografie“ zeigt das Eigenartige des scheinbar Gewöhnlichen.
Jedes Bild ist mit einem kennzeichnenden Titeltext versehen, was die Aufmerksamkeit auf das Besondere lenkt: Manchmal ein hintergründiger Zufall, manchmal eine abstrakte grafische Idee, eine erstaunliche Botschaft, eine schöne Beobachtung oder ein witziger Einfall.
Rauschelbach verzichtet bewusst auf besondere digitale Bildbearbeitung. Der quasi-natürliche Bildeindruck entsteht durch die Effekte der Fensterscheibensicht, sowie durch fließende Bewegungsmuster und aufnahmebedingte Bildauflösung. Das erzeugt eine seltsame bildliche Spannung.
Burghard Rauschelbach, von Beruf Geograf, fotografiert seit Jahrzehnten dokumentarisch und zur fachlichen Illustration. In jüngerer Zeit widmet er sich besonders der Situations- und Themenfotografie. Sein laufendes Projekt zur Bahnsteigfotografie umfasst Hunderte von Fotos aus Deutschland, Europa und Asien.
Mit der Ausstellung „Bahnsteigkanten! – Blicke aus dem Zugfenster“ zeigt Rauschelbach eine Bildauswahl von Situationen aus Norddeutschland, Mitteldeutschland, Südwestdeutschland und dem Bodenseegebiet, der Schweiz und Österreich. 
Datum Künstler Ausstellung www
27.02.2015  Gerhard Leber  "von Menschen und Steinen"   
„Von Menschen und Steinen“ in BILD-KLANG-WORT
Der Künstler Gerhard Maria Leber stellt vom 27.02.2015 an in der Plattform3/3 aus zum Thema „VON MENSCHEN UND STEINEN“.
Steinkörper sind für ihn Metaphern. Sie stehen für Leblosigkeit, Erstarrung. Es werden jedoch Beziehungen hergestellt: Eros und Stein, die Sinnlichkeit der Steine, Panerotismus.
Collagen, Fotos und geschliffene Steine versuchen dies auszudrücken. 
Datum Künstler Ausstellung www
30.01.2015  Matthias Kroth  Malerei und Skulptur   
Ausstellung Matthias Kroth
30. Januar 2015 bis 8. Februar 2015
Geöffnet Freitag, Samstag, Sonntag 14 bis 18 Uhr

Plattform 3/3
Galerie im Kulturhaus Caserne
Friedrichshafen, Fallenbrunnen 17

Eröffnung am Kunstfreitag in Friedrichshafen
30. Januar 2015
Vernissage 19.15 Uhr
Laudatio: Erwin Niederer












Tiefenberg – Gewissheit und Unschärfe

Der Gegenstand der Kunst entspricht bei Matthias Kroth weder einer nur äußeren Realität, noch einem bloß subjektiven Ausdruck. Es handelt sich in erster Linie um eine bildnerische Wirklichkeit, die sich vor allem an malerischer Qualität und an einer komplexen Erfahrungswelt orientiert. Ein Maßstab dafür ist der Mensch, angedeutet in der menschlichen Figur und offensichtlich in der ganz persönlichen Wirklichkeitserfahrung des Künstlers. Als stilbildend erweist sich die Unmittelbarkeit des Schöpfungsprozesses, an dem Matthias Kroth den Betrachter teilhaben lässt. Am fertigen Bild ist die vielschichtige und spannungsreiche Vollendung der Zeichnung oder des Gemäldes ablesbar. „Die Entstehung eines Bildes ist ein Prozess mit viel Eigendynamik. Das kommt einerseits vom malerischen Prozess selbst, andererseits von allem, was nicht Malerei ist“ (M.Kroth Verzahnung von Bildebenen, Farbflächen und Zeichnung. Aus der eigenen Geschichte gewachsen, ohne der Versuchung zu erliegen, elegante Lösungen anzustreben“ (M.Kroth, s.o.). Die sinnliche Kraft des Duktus bewirkt, dass der hohe Grad an Abstraktion nicht zur Abkehr von der menschlichen Figur wird, Blick in die innere Wirklichkeit des Menschen. Durch seine malerischen Euphorie und Sicherheit gelingt es Matthias
Kroth, die materielle, sichtbare Oberfläche zu überwinden und einzutauchen in die Welt, die der Mensch in sich trägt und die er in sich aufnimmt – unbewusst und bewusst, in der Gegenwart und seit Jahrtausenden. Der Wechsel an Farben, Formen, die Andeutungen von Räumen und Dingen verleihen den Figuren Leben. Selbst wenn sie als Einzelpersonen erscheinen, so sind sie nicht isoliert, sondern in ein vielfältiges Netz von Beziehungen, atmosphärischen Konstellationen, Situationen eingebunden. Das nicht eindeutig Wahrnehmbare, sondern das Ungefähre unterstützt das Lebendige als ein Prinzip der inneren Kräfte im psychischen und physischen Sinne. „Wie kann ich dem eigenen Erleben und Wahrnehmen malerisch gerecht werden? Orientiert an der Körpererfahrung ist es immer wieder ein Versuchen und ein sich mit Mühen dem Medium aussetzen. Das WIE in der Malerei kann sich nur Erproben am WAS“ (M. Kroth, s.o.). Auch der nicht sichtbare Teil des Menschen, seine Energie, Gedanken, Gefühle, Worte sind an seinen Körper gebunden, können sich nicht ohne diesen entwickeln. Aus dem Gefängnis des Körpers, aus den Bedingungen der Realität, des Offensichtlichen, der chemischen und physikalischen Prinzipien des Lebens, findet der Mensch immer wieder faszinierende Wege, die diese Grenzen überschreiten. Hoffung, Sehnsucht, Zweifel sind Passagen, durch die der Mensch die Bereiche des Eindeutigen, der Rationalität, der Kontrolle hinter sich lässt und in die weiten Bereiche der Unschärfe gelangen kann. „Du sollst dir kein Bildnis machen...“ ist der Imperativ, der den Maler aus dem Offensichtlichen in die Welt des Sinnbilds entlässt. Spontaneität, Offenheit und Vieldeutigkeit heben bereits im Entstehen des Kunstwerks die Trennung von Natur und Kultur, linearem Zeitverständnis und Zeitlosigkeit, Individuum und Menschheit auf. „Ich brauche die Weltbezüge, um mich nicht in Stilübungen zu verlieren. Authentische Erfahrungen und Erarbeitetes von persönlich wirklicher Relevanz, und das Folgen eigener Recherchen (und nicht Strategien) sind ausschlaggebend. Die Figuren in meinen Bildern tragen autobiografische Züge und formulieren gleichzeitig kollektive menschliche Fragen. Sie sind vertraut und fremd und haben etwas Unaussprechliches (fern von Gigantomanie und Prätention)“ (M. Kroth, s.o.). Auch wenn der Ausgangspunkt des Kunstwerks geprägt ist von der Individualität des
Künstlers in der Gegenwart, so verändert sich dieser beim Arbeiten. Die Komplexität des Vorgangs beinhaltet gleichzeitig auch ihre Verwesentlichung. So bewirkt z.B. die
Kombination von abstrakten Bildelementen mit Teilen der sichtbaren Realität eine Verdichtung des Individuellen zum Allgemeinen. Und umgekehrt erhält die konkretisierte Figur eine innere Würde und ein spürbares Selbstverständnis aus dem überpersönlichen abstrakten Kontext. Die Malerei und Zeichnung von Matthias Kroth oszilliert in Zwischenräumen, fügt sich ein zwischen umfassender malerischer
Erfahrung und Kenntnis und naturhaftem Schöpfungsvorgang, zwischen Werden und
Existieren, Sehen und Erkennen. Die Aufhebung der Grenzen führt zum Wesentlichen. Das Potential der Vieldeutigkeit in den identifizierbaren Figuren zwischen Entstehung und Auflösung, wirkt äußerst suggestiv und offen für Assoziationen. Die nur angedeuteten Physiognomien, Körperhaltungen und –formen bewirken eine sukzessive Ausweitung der Bezüge innerhalb eines Bildes in Bereiche außerhalb der Bildwelten. Der künstlerische Eingriff formt aus dem für jeden Menschen verfügbaren Material der Wirklichkeit eine sinnliche Präsenz und anschauliche Lebendigkeit, in der Malerei oder Zeichnung und die mit der Figuration verbundenen Ideen des Künstlers im Mittelpunkt stehen. Die Bilder von Matthias Kroth ermöglichen in einem besonderen Maße einen Wechsel der Richtungen von
Bildrealität zur persönlichen Realität und damit eine intensive Kommunikation der
„Parallelwelten“ in und außerhalb der Bilder. Somit ist der Betrachter aufgerufen, das komplexe Kunstwerk für sich persönlich zu vollenden, indem er dem Künstler auf seiner stimulierenden Reise zwischen Figur und Figuration folgt und das anschauliche Bild mit seinen Erfahrungen für sich persönlich lebendig macht.
Gabriele Lohberg, März 2008